Donnerstag, August 11, 2016

Unsere Zeit von Anyah Fredriksson

Unsere Zeit

Wie immer gehen wir zuerst in den Großmarkt, unser Einkaufswagen quillt fast über. Du ignorierst wie so häufig die Straßenschilder, sagst, Du weißt gar nicht, was die komischen Ziffern zu bedeuten hätten. Ich genieße die Fahrt trotzdem, denn wir sind zusammen. Zuhause angekommen bereiten wir gemeinsam das Abendessen zu – Guacamole, Tacos, Salat. Nach dem Essen zauberst Du Deine Piña Coladas. Wir haben eine herrliche Zeit. Dann passiert, was ich befürchtet und doch erhofft hatte. Das Telefon klingelt. Du nimmst das Gespräch an, stehst vom Tisch auf und wanderst mit dem Hörer durch die Küche. Ich will nicht zuhören und doch möchte ich wissen, was Du ihr sagst. Mich erwähnst Du natürlich mit keiner Silbe, Du versprichst ihr, ihr werdet euch morgen wieder sehen. Dann legst du auf. Der Moment unangenehmer Stille dauert nicht lang. Du nimmst meine Hand. Dann sind wir wieder wir. Nur wir. Es ist unser Abend.

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