Donnerstag, Oktober 26, 2017

Die Hexenholzkrone 1 von Tad Williams

Dreißig Jahre später


Mit seinem neuesten Werk „Die Hexenholzkrone 1“ setzt der Autor Tad Williams in der Zeit dreißig Jahre später im Geschehen in der fiktiven Welt Osten Ard an. Simon und Miriamel sind die Herrscher über Osten Ard. Ihren Sohn haben sie in einem Fieber verloren. Ihr Enkel ist nun rechtmäßiger Thronfolger, Prinz Morgan, doch sie sind sehr enttäuscht von ihm. Alles was die Pflicht betrifft scheint ihn nicht zu interessieren, er gilt als Trunkenbold und Spieler. Seine kleine Schwester bereitet den Großeltern da schon größere Freude, Prinzessin Lillia ist ein kleiner, wenn auch trotziger, Sonnenschein. Dabei gibt es jetzt ganz andere Probleme, die es vorrangig zu lösen gilt. Scheint es doch so, als wäre die Nornenkönigin wieder aktiv ...

Schon nach ein paar Zeilen der Lektüre bin ich verloren in Zeit und Raum und vollkommen absorbiert in Tad Williams Fantasy-Welt Osten Ard. Mehrere Handlungsstränge lässt Tad Williams brillant nebeneinander herlaufen, um sie dann gekonnt zusammen zu fassen. Ein herrlicher Erzählstil, der mich fesseln und faszinieren kann. Die verwendete Sprache ist ausdrucksstark und zuweilen als zauberhaft zu bezeichnen. Es gibt Riesen und Zwerge, Trolle und diverse andere Charaktere. Die Figuren sind allesamt perfekt gezeichnet und angelegt und lassen mich beim Lesen gerne zwischen den verschiedenen Schauplätzen hin und her springen. Gekonnt gesetzte Cliffhanger spitzen die Spannung zu. Die Geschichte selbst ist episch und nimmt es locker mit anderen Fantasy-Großwerken auf. Tad Williams selbst heißt es, sei inspiriert von Tolkiens „Herr der Ringe“-Saga und George R.R. Marin gibt in einem Interview im „The Guardian“ zu, ohne Osten Ard wäre „Game of Thrones“ nie entstanden. Der neue Band wurde aufgrund seines Umfangs vom Verlag in zwei Teile aufgespalten, Teil 2 erscheint Anfang November.

Von ganzem Herzen vergebe ich dem Buch fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es absolut weiter. Fantasy Leser werden es lieben und für die Fans des Autoren Tad Williams ist es so oder so ein Must-Read. Tad Williams sagt übrigens selbst, er schreibe jedes seiner Bücher so, als sei es ein Einzelband. Also ist die Lektüre für jeden gut verständlich. Ich selbst bin auf den Autoren bei einer Lesung auf den Dragon-Days 2017 in Stuttgart, die als Livestreamlesung bei Lovelybooks übertragen wurde, aufmerksam geworden und er konnte mich sofort begeistern, so dass ich dieses Buch als Neuling verschlungen oder gar gesuchtet habe.


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