Sonntag, Februar 11, 2018

Schlüssel 17 von Marc Raabe

Die Vergangenheit taucht auf


Tom Babylon, Ermittler beim LKA Berlin hat mehrere Baustellen, die er zu bearbeiten hat. Da ist zum einen seine Beziehung zu Anne, die man gerne als kompliziert einstufen darf. Dann beschäftigt ihn noch immer das Verschwinden seiner kleinen Schwester Viola, das bereits 19 Jahre zurückliegt. Um seinen Alltag bewältigen zu können greift er zu Ritalin, etwas, was seine Vorgesetzten besser auch nicht mitbekommen sollten. Doch als er jetzt zu einem Tatort gerufen wird, steht er völlig fassungslos vor dem Opfer: im Berliner Dom hängt die ermordete Dompfarrerin unter dem Gewölbe und sie hat Violas Schlüssel um den Hals hängen. Tom Babylon setzt alles daran, den Fall übernehmen zu dürfen. Es wird ihm letztendlich gestattet, aber er erhält Unterstützung von der Psychologin Sita Johanns, die Bedingung seiner Vorgesetzten. Eine Jagd beginnt.

Der Autor Marc Raabe besticht in seinem neuesten Thriller „Schlüssel 17“ mit einer dramatischen Handlung. Vom ersten Augenblick an kann er mich fesseln und mitnehmen. Marc Raabe lässt immer wieder Überraschungseffekte einfließen und steuert so brillant durch den Plot. Seine Figuren sind in unvergleichbarer Art angelegt und runden sich gegenseitig perfekt ab. Sein Protagonist Tom Babylon hat Ecken und Kanten und ist trotzdem oder gerade deshalb ein großer Sympathieträger; Toms Gefühlswelt kann ich ausgezeichnet nachvollziehen. Der Spannungsbogen ist enorm hoch und wird durch die zeitlich versetzten Erzählstränge noch gefördert. Dieser Schreibstil gefällt mir ausgesprochen gut. Marc Raabe verwendet zudem eine wohlgefällige Sprache, die das Lesen begünstigt.

Auf jeden Fall bekommt dieses Buch, das Debüt in der Reihe um Tom Babylon, von mir fünf von fünf möglichen Sternen und ich spreche eine absolute Leseempfehlung aus. Hier ist alles vorhanden, was ein Hochspannungs-Thriller benötigt: Nervenkitzel, hervorragend ausgeprägte Charaktere, anspruchsvoller Plot. Eine exzellente, niveauvolle Unterhaltung ist garantiert. Der Leser hält mit diesem Buch einen wirklichen Pageturner in seinen Händen und will ihn bis zum Ende der Story nicht mehr aus der Hand legen.


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